Hygiene klingt zunächst nach einem trockenen, technischen Thema: nach Vorschriften, Desinfektionsmitteln und Checklisten.
Doch fĂ¼r Familien, deren Angehörige auf auĂŸerklinische Intensivpflege angewiesen sind, ist Hygiene etwas sehr Persönliches: Sie entscheidet mit darĂ¼ber, ob ihr Angehöriger gesund bleibt oder ob eine vermeidbare Infektion zu einem erneuten Krankenhausaufenthalt fĂ¼hrt...
In diesem Beitrag erklären wir, warum Hygiene in der häuslichen Intensivpflege eine so zentrale Rolle spielt, welche Standards tatsächlich gelten und worauf Familien achten sollten, wenn sie einen Pflegedienst auswählen.
Patienten in der auĂŸerklinischen Intensivpflege sind häufig besonders infektionsgefährdet – aus mehreren GrĂ¼nden gleichzeitig:
- Geschwächtes Immunsystem durch die Grunderkrankung oder deren Behandlung
- Invasive Zugänge wie Tracheostoma, PEG-Sonde oder zentrale Venenkatheter, die potenzielle Eintrittspforten fĂ¼r Keime darstellen
- Eingeschränkte Mobilität, die das Risiko fĂ¼r DruckgeschwĂ¼re und in deren Folge fĂ¼r Wundinfektionen erhöht
- Langfristige Beatmung, die das Risiko fĂ¼r beatmungsassoziierte Infektionen der Atemwege erhöht
Anders als im Krankenhaus, wo ein eingespieltes Hygienemanagement mit klaren Strukturen existiert, findet die Versorgung zuhause in einem privaten Umfeld statt – das bedeutet: Die Verantwortung fĂ¼r konsequente Hygiene liegt vollständig beim Pflegedienst und seinem Team. Es gibt keine diktierende Krankenhaushygiene, die mitwirkt.