Eine erfolgreiche Entlassung beginnt nicht am Entlassungstag – sie beginnt idealerweise Wochen vorher. Je frĂ¼her alle Beteiligten koordiniert werden, desto geringer das Risiko von Verzögerungen, VersorgungslĂ¼cken oder unnötigem Stress fĂ¼r die ganze Familie.
Ein zentraler Erfolgsfaktor wird dabei häufig unterschätzt: Das Pflegeteam sollte den Patienten im besten Fall bereits im Krankenhaus kennenlernen. Wenn die Pflegekräfte, die zuhause Ă¼bernehmen, den Patienten, seinen Zustand, seine Beatmungseinstellungen oder Besonderheiten schon vor der Entlassung persönlich kennen, ist eine wirklich nahtlose Weiterversorgung möglich.
Was vor der Entlassung geklärt sein muss - die Checkliste
1. Das Pflegeteam ist eingearbeitet
- Der Pflegedienst wurde frĂ¼hzeitig kontaktiert und in die Entlassungsplanung eingebunden
- Das feste Pflegeteam hat den Patienten – wenn möglich – bereits im Krankenhaus kennengelernt
- Alle relevanten medizinischen Informationen (Diagnosen, Medikation, Beatmungseinstellungen, Besonderheiten) sind an das Team Ă¼bergeben
- Das Qualitätsmanagement des Pflegedienstes ist vor Ort etabliert
2. Alle notwendigen Pflegehilfsmittel stehen bereit
Zuhause muss die komplette medizinische und pflegerische Ausstattung vorhanden sein, bevor der Patient ankommt. Dazu gehören typischerweise:
- Pflegebett (inkl. passender Matratze)
- Lifter fĂ¼r den sicheren Transfer
- Rollstuhl
- Sauerstoffkonzentrator bzw. Sauerstoffversorgung
- Beatmungsgerät inkl. Ersatzgerät
- Pulsoxymeter zur Ăœberwachung
- Absauggerät und Absaugkatheter
- Inkontinenzmaterial in ausreichender Menge
- Verbandsmaterial
- Sondennahrung bzw. Ernährungszubehör, sofern erforderlich
und vieles Mehr
3. Die ärztliche Versorgung zuhause ist sichergestellt
Der ausgewählte Hausarzt ist bereit und in der Lage, Intensivpflege-Patienten zu betreuen. Ebenso ist der Kontakt zu relevanten Fachärzten (z. B. Pneumologe, Neurologe, Kardiologe) hergestellt.
4. Therapeuten sind organisiert
FĂ¼r viele Patienten ist eine kontinuierliche therapeutische Begleitung entscheidend fĂ¼r die Erholung und den Erhalt der Lebensqualität. Hierunter fallen der Physiotherapeut, Ergotherapeut oder auch ein Logopäde. Die Termine fĂ¼r die Hausbesuche sind bereits frĂ¼hzeitig vereinbart und vor der Entlassung reserviert.
5. Die Genehmigung der Krankenkasse liegt vor
Der Antrag auf auĂŸerklinische Intensivpflege bei der Krankenkasse wurde gestellt. Hier warten wir auf eine schriftliche Genehmigung.
DarĂ¼ber hinaus sollten alle erforderlichen ärztlichen Verordnungen vorhanden sein und der Pflegegrad vorliegen.
6. Alle Lieferanten und Partner sind eingebunden
- Sanitätshaus ist beauftragt und Lieferung der Hilfsmittel ist terminiert
- Verbandsmaterial ist bestellt und die Lieferung ist bestätigt
- TK-Sets und Beatmungszubehör sind bestellt und vor Ort
- Sondennahrung bzw. sonstige Verbrauchsmaterialien sind fĂ¼r die ersten Wochen ausreichend vorrätig
7. Der Transport ist organisiert
Ein geeigneter Krankentransport fĂ¼r den Entlassungstag ist bestellt und das Pflegeteam ist rechtzeitig Ă¼ber den genauen Entlassungstermin informiert und vor Ort verfĂ¼gbar.
8. Das häusliche Umfeld ist vorbereitet
- Das Pflegebett ist aufgebaut und einsatzbereit
- Der Raum ist ausgeräumt bzw. so vorbereitet, dass alle Geräte Platz finden
- Möbel wurden bei Bedarf gerĂ¼ckt, um Bewegungsfreiheit fĂ¼r Rollstuhl oder Lifter zu schaffen
- Die Stromversorgung ist geprĂ¼ft und fĂ¼r medizinische Geräte ausreichend abgesichert